Die besten Languedoc-Weine
Unsere Weinregion La Clape
Das Languedoc ist Frankreichs größtes Weinbaugebiet — und mittendrin, direkt zwischen Narbonne und dem Meer, liegt unser persönliches Highlight: das Massiv La Clape. Vom Garten von Salty Dayz schaut ihr auf seine ersten Rebzeilen, das nächste Weingut ist einen Spaziergang entfernt. Salz, Rosmarin und Kiefern — La Clape schmeckt man im Glas.

Früher eine Insel — heute ein Terroir zum Verlieben
La Clape war einst tatsächlich eine Insel im Mittelmeer; erst die Ablagerungen des Flusses Aude verbanden sie mit dem Festland. Geblieben ist ein schroffes Kalksteinplateau voller mariner Fossilien, das sich spektakulär zwischen Narbonne und Gruissan erhebt — mit Weinbergen, die bis ans Meer reichen. Die Kalk-, Ton- und Mergelböden speichern Wasser für die trockenen Sommer, Mistral und Seewind belüften die Reben ganz natürlich (deshalb wird hier auffallend viel biologisch angebaut), und die Kiefernwälder mit ihrem Rosmarin-Unterwuchs geben den Weinen ihre typische Kräuternote. Seit 2015 trägt La Clape den Status einer eigenständigen geschützten Herkunft — die AOP ist das Gütesiegel dieser einzigartigen Lage.
Im Glas heißt das: kraftvolle, würzige rote Cuvées aus Syrah, Grenache, Mourvèdre und Carignan, oft mit Noten von Kräutern, schwarzen Früchten und Lakritz — und als Rarität frische, mineralische Weißweine aus Bourboulenc und Grenache Blanc, wie man sie im Languedoc sonst kaum findet.

Unsere Lieblingsweingüter
Rund 50 Weingüter teilen sich das Massiv — ungefähr die Hälfte haben wir inzwischen selbst besucht und probiert. Diese drei empfehlen wir am liebsten, alle 5 bis 15 Minuten von Salty Dayz entfernt:
Sarrat de Goundy ist unser Liebling: Geschmack, Design, Philosophie, Atmosphäre, Preis — dort stimmt einfach alles. Im Verkaufsraum wird kostenlos verkostet, wer tiefer einsteigen will, bucht eine Führung oder eine Verkostung mit Häppchen. Und im Sommer betreibt das Gut abends zusätzlich ein eigenes Restaurant — so wird aus der Weinprobe gern ein langer Abend zwischen Oliven und Reben.


Château Capitoul ist das nächstgelegene Gut — von uns aus ein 25-Minuten-Spaziergang oder 5 Autominuten. Kostenlose Weinprobe im Shop (Achtung: über Mittag geschlossen), dazu die Terrasse des Asado-Restaurants mit Blick über die Reben. Am schönsten ist es abends, wenn die Weinberge im Licht der untergehenden Sonne liegen — unbedingt reservieren.

Château L'Hospitalet von Gérard Bertrand ist das prominenteste Weingut der Gegend: Die Cave hat durchgehend geöffnet (ohne Mittagspause), alle Weine lassen sich kostenlos probieren, und das sehr freundliche Team erzählt gern die Geschichten dahinter. Dazu gibt es zwei Restaurants, eine Jazz-Bar und ein jährliches Jazz-Festival — preislich nicht ganz günstig, aber sehr schön. Die Auszeichnungen sprechen für sich: Der Grand Vin Rouge 2017 wurde bei der International Wine Challenge 2019 mit 97 Punkten zum besten Rotwein der Welt gekürt — und mit dem Clos du Temple steht hier auch der teuerste Rosé der Welt im Regal (rund 200 €, „Bester Rosé der Welt" bei den Global Rosé Masters 2020).


Ebenfalls einen Stopp wert: Château Ricardelle, Château Rouquette-sur-Mer und Château Le Bouis bei Gruissan — alle mit Weinverkauf, kostenloser Verkostung und viel Sympathie.

Unsere La-Clape-Runde
Für einen ganzen Genuss-Tag haben wir unsere Lieblingsstopps zu einer Runde verbunden: 48 Kilometer, gut 1¼ Stunden reine Fahrzeit — mit Weingütern, Mittagsstopp und Stränden unterwegs. Plant mindestens einen halben Tag ein, mit Baden und langem Mittagessen gern einen ganzen. Und vielleicht entdeckt ihr unterwegs ja euren eigenen Geheimtipp. Dieselbe Runde lässt sich übrigens auch mit dem Rennrad fahren — die Variante mit Höhenprofilen steht im Rad-Artikel.
Die Runde ab Salty Dayz: Château Capitoul → Château Ricardelle → Sarrat de Goundy → Château L'Hospitalet → Château Rouquette-sur-Mer → Plage de Mateille → Château Le Bouis → Gruissan mit Le Salin — und zurück. Fragt uns vor Ort, wir geben euch die Route gern mit aktuellen Tipps mit.
Für Sammler: die Atlas-Acht
Wer es vollständig mag: Gleich acht Weingüter in unserer direkten Umgebung zählt der große Weinatlas (Hugh Johnson & Jancis Robinson) zu den bedeutenden Weingütern der Welt. Die ersten fünf lassen sich in einer guten Stunde Fahrzeit verbinden:
- Château Ricardelle — liegt unübersehbar am Kreisverkehr vor dem Massiv — von uns aus sogar gut mit dem Rad zu erreichen.
- Château Pech Redon — gegenüber geht es hoch ins Massiv; am Ende der Straße wartet dieses hochgelegene Gut.
- Château L'Hospitalet — Gérard Bertrands Aushängeschild mit Hotel, Restaurants und Jazz-Festival — Details oben.
- Mas du Soleilla — klein (22 ha), aber fein: vom Schweizer Peter Wildbolz ab 2002 an die Spitze der Region geführt, seit 2018 Teil des Gérard-Bertrand-Portfolios.
- Château Rouquette-sur-Mer — oberhalb von Narbonne-Plage — die Flasche aus dem Grands-Buffets-Weinregal kommt von hier.
- Château La Negly — Kultgut mit Lagen bis ans Meer.
- Château d'Anglès — bekannt für seine klassischen La-Clape-Weißweine.
- Château Pech-Céleyran Saint-Exupéry — mit Familienbande zum Autor des Kleinen Prinzen.
Die Nordflanke bei Fleury
Auf der Meerseite des Massivs, rund um Fleury-d'Aude, sitzt gleich eine ganze Nachbarschaft guter Adressen: Neben La Négly und d'Anglès aus der Atlas-Liste mögen wir die Weine von Château Moyau, Château Mire l'Étang und Château Bouïsset — bisher allerdings nur aus dem Glas, den Besuch vor Ort sind wir ihnen noch schuldig.
Und wer nicht zu den Gütern fahren mag …
… dem sei unsere Lieblingsweinhandlung ans Herz gelegt: Vie d'Oc in Gruissan, an der Mateille. Der Maître Caviste — seit Jahren unter den besten Cavisten Frankreichs geführt — kennt jeden seiner Winzer persönlich, berät wunderbar und hat weit über das La Clape hinaus eine riesige Auswahl aus der ganzen Region. Online stöbern könnt ihr auf vie-d-oc.fr; eine zweite Boutique gibt es in Narbonne.
Häufige Fragen
- Muss man für eine Weinprobe in La Clape reservieren?
- In der Sommersaison kann man bei fast allen Weingütern spontan vorbeikommen — die meisten haben einen Verkaufsraum, in dem kostenlos verkostet wird. Nur Führungen, Weinberg-Spaziergänge oder Verkostungen mit Häppchen solltet ihr vorab buchen.
- Was kostet eine Weinprobe?
- Im Verkaufsraum in der Regel nichts — die Verkostung gehört zum Weinverkauf dazu. Wer mag, nimmt danach ein paar Flaschen mit; einen Zwang gibt es nicht.
- Welches Weingut lohnt sich für den ersten Besuch?
- Unser Liebling ist Sarrat de Goundy — dort stimmt einfach alles. Am nächsten liegt Château Capitoul: 5 Autominuten von Salty Dayz, mit Restaurant-Terrasse über den Weinbergen.
- Geht das auch ohne Auto?
- Ja — Château Capitoul erreicht ihr von Salty Dayz in etwa 25 Minuten zu Fuß, Château Ricardelle gut mit dem Rad. Für die große Runde durchs Massiv braucht es ein Auto (und jemanden, der beim Probieren nur nippt).
- Wofür sind die Weine aus La Clape bekannt?
- Für kraftvolle, würzige rote Cuvées aus Syrah, Grenache, Mourvèdre und Carignan — und für eine Rarität: frische, mineralische Weißweine aus der alten Rebsorte Bourboulenc. Seit 2015 ist La Clape eine eigene geschützte Herkunft (AOP).
