Vom Treidelpfad bis zum Hausberg
Radfahren rund um Narbonne
Direkt vor unserer Tür beginnt ein autofreier Weg, der bis ans Meer führt — und eine Viertelstunde später steht man vor einem Kalkmassiv, durch das schon die Route d'Occitanie gefahren ist. Zwischen beidem liegen Weinberge, Lagunen und Straßen, auf denen sonntags mehr Rennräder als Autos unterwegs sind. Hier stehen die Strecken, die Nico selbst fährt — mit Höhenprofilen, damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst.

Flach und autofrei: der Canal de la Robine
Das Beste zuerst, und es liegt direkt vor der Haustür: Am Canal de la Robine läuft ein alter Treidelpfad entlang, heute ein Radweg — flach, schnurgerade, ohne ein einziges Auto. Er ist Teil der EuroVelo 8, der Mittelmeer-Route, und ihr könnt ihn in beide Richtungen fahren: nordwärts in einer halben Stunde mitten in die Altstadt von Narbonne, südwärts durch die Lagunen bis ans Meer.
Das schönste Ziel liegt auf dem Weg ans Meer: Ab der Écluse de Mandirac — von unserer Haustür ein guter Kilometer — geht es weiter zur Île Sainte-Lucie, einem Naturreservat aus Kalkstein, alten Salinen und wildem Strand; gut 11 Kilometer sind es bis zum Inselzugang am Schleusenhaus, ans Meer bei Port-la-Nouvelle rund 14. Pinienwald, Aussichtspunkte über die Étangs, und mit etwas Glück Flamingos im Anflug. Für Familien, E-Bikes und alle, die einfach nur fahren wollen, ist das die schönste Tour der Gegend — und man kommt ohne eine einzige Straßenquerung hin. Nur eines vorweg: Ab Mandirac ist der Weg streckenweise unbefestigt — fürs Rennrad ist das nichts, mit Touren-, City- oder E-Bike rollt es gut.


Ins Massiv: das La Clape
Wer Höhenmeter sucht, fährt Richtung Massif de la Clape — das Kalkmassiv zwischen Narbonne und dem Meer, früher eine Insel, heute ein Meer aus Garrigue, Pinien und Weinbergen. Der Klassiker ist die Querung: eine Straße, die das Massiv einmal durchschneidet, oben am Abzweig zur Table d'Orientation vorbei mit Blick über Ebene, Lagunen und Meer, und auf der anderen Seite wieder hinunter. Elf Kilometer, Hochpunkt 154 Meter.
Die beiden Profile unten zeigen dieselbe Straße — einmal von jeder Seite. Von Westen startet ihr in Armissan (alternativ am Château et Domaine de Moujan) und rollt am Ende ans Meer: die angenehme Richtung. Von Osten startet ihr in Narbonne-Plage auf Meereshöhe — dann sind es von Null weg 179 Höhenmeter, und das ist die ehrliche Richtung. Wer eine Runde daraus macht, hat beides an einem Tag.
Ein Hinweis, der euch einen Tag retten kann: Im Hochsommer sperrt die Präfektur die Wege im Massiv wegen Waldbrandgefahr — 2026 durchgehend vom 3. Juli bis 31. August, und dieselbe Regel gilt auch für die Île Sainte-Lucie. Ob und wo gerade gesperrt ist, steht tagesaktuell auf risque-prevention-incendie.fr/aude, und das Tourismusbüro Gruissan gibt telefonisch Auskunft. Die Straße über das Massiv bleibt davon unberührt: Wenn die Wege zu sind, fahrt ihr eben oben drüber.
Armissan → Narbonne-Plage
Von Westen · dieselbe Straße, angenehme Richtung
Höhendaten SRTM über BRouter, Routing für Rennrad (nur asphaltierte Wege).
Narbonne-Plage → Armissan
Von Osten · dieselbe Straße, ehrliche Richtung
Höhendaten SRTM über BRouter, Routing für Rennrad (nur asphaltierte Wege).
Der Hausberg: Côte de la Couleuvre
Gut anderthalb Kilometer, im Schnitt 8,5 Prozent — von der Ebene hinauf aufs Plateau. Das ist kein Alpenpass, aber es ist der Anstieg, den man hier hat, und er reicht völlig: Es geht von der ersten Kurve an zur Sache und lässt bis oben kaum nach. Wichtig fürs Rennrad: Der Asphalt endet auf 144 Metern. Weiter hinauf zur Table d'Orientation führt nur noch Schotter — das ist Gravel- oder MTB-Gelände, mit schmalen Reifen dreht man hier um. Der Blick von der Asphaltkante reicht aber auch schon weit.
Wir fahren ihn gern dreimal am Stück. Das muss niemand nachmachen — einmal hoch reicht für das Foto und das gute Gefühl.
Côte de la Couleuvre
Der Hausberg · Strava-Kategorie 4
Höhendaten SRTM über BRouter, Routing für Rennrad (nur asphaltierte Wege).

Durch die Weingüter: Capitoul → Rouquette
Eine kurze, schöne Verbindung mitten durchs Massiv: vom Château Capitoul über die Höhe an der Chapelle Notre-Dame des Auzils vorbei bis zum Château Rouquette-sur-Mer oberhalb von Narbonne-Plage — gut neun Kilometer, die sich beliebig verlängern lassen. Wer fit ist, hängt die große Nordrunde an und fährt über Vinassan, Salles-d'Aude und Fleury zurück; daraus wird dann ein Tagesausflug mit über 60 Kilometern. Und wer unterwegs anhält, steht ohnehin bei einem Weingut — was wir ausdrücklich empfehlen, aber bitte erst auf dem Rückweg.
Weiter: ins Corbières
Die Corbières südwestlich von Narbonne sind Radfahrer-Land: leere Straßen, Weinberge, Kurven ohne Ende. Ehrlich gesagt ist nur die Anfahrt zäh — bis zum Einstieg auf Höhe Bages zieht sich der Radweg. Unser Tipp: Räder aufs Auto, bis Bages fahren und dort starten. Kaum aus dem Dorf heraus, läuft die Straße direkt am Wasser des Étang entlang — links die Lagune, im Rücken das Fischerdorf auf seinem Felsen, nach gut fünf Kilometern Peyriac-de-Mer. Wohin es dann weitergeht, steht in unserem Ausflugs-Artikel — die Corbières-Runde mit Lagrasse ist auch mit dem Rad eine Reise wert.
Gravel & Mountainbike
Wir selbst fahren Rennrad — fürs Gelände gibt es hier aber etwas Besseres als unsere Meinung: einen offiziellen Espace VTT-FFC im Massif de la Clape mit 110 ausgeschilderten Kilometern auf sechs nummerierten Rundkursen, von grün bis schwarz. Startpunkt ist der Parking du Moulin beim Palais des Congrès in Gruissan, Karten und Auskunft gibt es im dortigen Tourismusbüro. Wer lieber geführt fährt, bucht eine Tour bei Languedoc VTT Évasion.
Räder mieten
Ohne eigenes Rad angereist? Languedoc VTT Évasion am Pont de la Liberté mitten in Narbonne vermietet Citybikes, Kinderräder, E-Bikes und Gravelbikes — und liefert im Umkreis von 40 Kilometern, also bis zu uns. Rennräder haben sie allerdings keine im Programm: Wer eins braucht, bringt es mit. Für die Kanalrunde reicht ein einfaches Citybike, fürs La Clape lohnt sich etwas mit Gängen.
Und bei uns?
Am Penthouse steht ein Fahrradständer in einer geschützten Ecke hinter der Mauer — Kies, Schatten von der Platane, eine Bank daneben zum Schuhewechseln. Beim Masterpiece ist im Vorgarten und in der Einfahrt reichlich Platz. Für normale Räder ist das der richtige Platz. Wer mit hochwertigen Rädern anreist und sie abschließbar unterstellen möchte, sagt uns am besten schon vor der Anreise Bescheid: Dann klären wir, ob unsere Außengarage frei ist. Und zum Abspülen der Räder gibt es einen Gartenschlauch.

Ihr kommt als Gruppe? Im Juli 2024 startete in Gruissan eine Etappe der Tour de France, eine Viertelstunde von hier — und Santini, der italienische Hersteller des Gelben Trikots und der übrigen Wertungstrikots, hatte sein Quartier bei uns: Basis für den Ruhetag, den die Fahrer in Gruissan verbrachten, für den Etappenstart und für das Kundenevent, das Santini von hier aus gefahren hat. Und es blieb kein Einzelfall: Zwei Jahre später, im August 2026, startete auch die Vuelta a España eine Etappe in Gruissan. Seitdem wissen wir, dass das Haus für Radgruppen taugt — drei Apartments, bis zu 15 Plätze an einer Tafel, zwei Pools zum Regenerieren und Platz für die Räder. Schreibt uns einfach, wir planen das gern mit euch durch.

Häufige Fragen
- Wann ist die beste Zeit zum Radfahren?
- Frühjahr und Herbst. Von März bis Juni und von September bis November ist es angenehm warm, die Luft ist klar und die Straßen sind leer. Im Hochsommer fährt man früh morgens — und die Wege im Massiv können dann wegen Waldbrandgefahr gesperrt sein, die Straße über das Massiv (D168 Richtung Narbonne-Plage) bleibt aber offen.
- Kann man ohne eigenes Rad kommen?
- Ja. Languedoc VTT Évasion in Narbonne vermietet Citybikes, Kinderräder, E-Bikes und Gravelbikes und bringt sie auf Wunsch bis zu uns vor die Tür. Für ein paar entspannte Tage am Kanal genügt das einfachste Modell.
- Wo stehen die Räder über Nacht?
- Am Penthouse gibt es einen Fahrradständer in einer geschützten Ecke hinter der Mauer, beim Masterpiece ist im Vorgarten und in der Einfahrt reichlich Platz. Wer hochwertige Räder abschließbar unterstellen möchte, fragt uns am besten schon vor der Anreise — dann klären wir, ob unsere Außengarage frei ist.
- Und was ist mit dem Wind?
- Die Tramontane gehört hier dazu: ein trockener Nordwestwind, der die Luft glasklar macht — am kräftigsten im Winter und Frühjahr, im Hochsommer eher die Ausnahme. An starken Tagen ist das Massiv ruppig, der Kanal deutlich geschützter. Unsere Faustregel: morgens gegen den Wind los, mit Rückenwind heim — und an echten Sturmtagen wird es eben ein Weingut-Tag.
- Ist die Region auch für Familien geeignet?
- Sehr. Der Treidelpfad am Canal de la Robine ist autofrei, schnurgerade und ohne nennenswerte Steigung — von uns aus bis ans Meer. Die Berge fangen erst an, wenn man sie sucht.
