Corbières, Béziers, Küste & mehr

Ausflüge in die Umgebung

Das Schönste an Narbonne: In einer halben Stunde steht ihr in einer anderen Welt — zwischen Weinbergen, in einem mittelalterlichen Dorf oder mit den Füßen im Sand. Hier sind die Ausflüge, die wir selbst immer wieder fahren, jede Adresse mit Google-Maps-Link.

Die alte Steinbrücke von Lagrasse über den Orbieu, dahinter der Turm der Abtei
Lagrasse — das Herzstück unserer Corbières-Runde.

Die Corbières-Runde

Unser liebster Ganztagesausflug ist eine Schleife durchs Weinland südwestlich von Narbonne — bis Lagrasse, dem entferntesten Punkt, sind es nur etwa 45 Minuten. Die volle Runde steht hier; nehmt einfach so viele Stationen mit, wie ihr Lust habt. Wer statt Weinland lieber Mauern und Türme will, fährt in die andere Richtung: Carcassonne liegt 45 Minuten entfernt. Ein markiert unsere Lieblingsstopps:

Und wer den Tag perfekt machen will, hängt noch Bages oder Peyriac-de-Mer an — siehe nächster Abschnitt.

Der Rosengarten der Abbaye de Fontfroide mit Zypressen vor der Abteikirche
Fontfroide — der Klostergarten.
Blick durch einen Steinbogen auf den Kreuzgang und den Glockenturm der Abbaye de Fontfroide
… und der Kreuzgang der Abtei.
Bewachsene Gasse in Lagrasse mit Galerie, Balkon und Pflanzen vor alten Steinhäusern
Lagrasse — Gassen voller Ateliers.
Dessert und Weißwein auf der Terrasse des Château Ollieux Romanis mit Blick über die Reben
Ollieux Romanis — Pause mit Blick über die Reben.

Bages & Peyriac-de-Mer — gleich gegenüber

Bages seht ihr von Salty Dayz aus: Das Dorf klebt auf der anderen Seite des Étangs am Hügel — und umgekehrt schaut man von dort auf unser Ufer (das Haus selbst müsst ihr allerdings suchen 😉). Zum Abendessen lieben wir Les Jardins de Bages: Épicerie, Bar und Restaurant unter Lichterketten — und ein paarmal im Sommer wird der kleine Platz davor zur Konzertbühne, romantischer geht es kaum.

Peyriac-de-Mer nebenan ist ein Platanen-Dorf wie aus dem Bilderbuch, bekannt für den Holzsteg, der direkt durch die alten Salinen übers Wasser führt — die Runde ist ein schöner Spazierweg vor dem Abendessen.

Die abendliche Terrasse von Les Jardins de Bages mit Lichterketten im Olivenbaum
Les Jardins de Bages — Sommerabend unter Lichterketten.
Der Platz von Peyriac-de-Mer mit Platanen, Brunnen und der Mairie
Peyriac-de-Mer — Platanenplatz an der Mairie.

Béziers

Eine gute halbe Stunde entfernt — und unser liebster Stadtausflug neben Narbonne selbst. Durch die kleinen Gassen der Altstadt schlendern, in den Lädchen stöbern, dann hinauf zur Kathedrale Saint-Nazaire mit ihrem Blick über den Orb. Sogar die Mall Polygone ist hier sehenswert: grün, halboffen, erstaunlich schön für ein Einkaufszentrum. Am Ortsrand steigen die Neun Schleusen von Fonseranes den Canal du Midi hinauf — UNESCO-Welterbe, das wir selbst noch vor uns haben.

Zum Essen hatten wir hier schon viele gute Abende: Pica Pica für Tapas, das Weinbistro Le Chameau Ivre, Le Patio mit seinem Innenhof, die Bistronomie La Table de Jean — und für den besonderen Anlass das Sternerestaurant Calice.

Tapas-Teller mit Spießen, Kartoffeln und Fisch auf dem Marmortisch des Pica Pica
Pica Pica — Tapas, die Laune machen.
Die angestrahlte Kathedrale Saint-Nazaire in Béziers zur blauen Stunde
Béziers — die Kathedrale zur blauen Stunde.
Austern- und Gambas-Teller an einem Stand der Jeudis de Béziers
Jeudis de Béziers — Austern direkt vom Stand.

Leucate — Strand, Fisch & Bier

Eine halbe Stunde südlich liegt Leucate: Dorf mit bunten Fassaden, Strände, Austernbänke. Zum Essen mögen wir das Le 35 Bis mit seiner Terrasse unter Palmen und das Le Grand Cap oben an der Klippe. Und wer sich fragt, woher die hübschen Bierflaschen kommen, die euch in der ganzen Region begegnen: Die braut die Brasserie 5bis im Nachbarort La Palme — vorbeischauen lohnt sich, es gibt auch Tapas.

Auf dem Weg liegt die Réserve Africaine de Sigean — eine Safari im eigenen Auto, mit Nashörnern, Giraffen und Flamingokolonien. Wir selbst haben es tatsächlich noch nie hineingeschafft, aber gerade mit Kindern ist der Park ein Klassiker. Tickets gibt es nur online: reserveafricainesigean.fr.

Bunte Häuserzeile in Leucate mit roter Fassade und hellblauen Fensterläden
Leucate — Dorf mit Farbenlehre.
Der Eingang der Brasserie 5bis in La Palme mit Terrasse und Palmen
Brasserie 5bis — hier entstehen die hübschen Flaschen.

Les Cabanes de Fleury — der wilde Norden

Auf der anderen Seite des La Clape, dort wo die Aude ins Meer mündet, liegt unser Ziel für wilde Strandtage: Les Cabanes de Fleury. Schon die Anfahrt macht Freude — die Straße führt am rauen Rand des La Clape entlang. Zum Mittagessen setzen wir uns an den kleinen Hafen Port du Chichoulet, am liebsten zu Joël et Valérie: fangfrischer Fisch direkt vom Boot, Hafen-Flair, kein Schnickschnack.

Der Strand an der Aude-Mündung ist wilder und leerer als in Gruissan, das Wasser wirkt hier irgendwie noch blauer — und je weiter ihr nach rechts lauft, desto ruhiger wird es (auch FKK ist dort üblich). In manchen Jahren sammelt sich viel Treibholz am Sand, aus dem sich Leute kleine Strandburgen bauen.

Für den Rückweg gibt es drei schöne Optionen: La Table de Loréna am Weingut La Tour la Pagèze, direkt an der Route des Cabanes — das Trüffelmenü dort war großartig, und unser spontaner Abend mit Livemusik mitten in den Weinbergen bleibt in Erinnerung. Die zweite verdanken wir unserem Pool-Techniker Pierro: La Flammerie, versteckt im Gewerbegebiet von Fleury — von außen unscheinbar, dahinter ein liebevoll geführtes Guinguette-Kleinod mit Kies unter den Füßen, Lichterketten im Baum und Strandgefühl weit weg vom Strand. Oder mittwochs das Sommer-Ritual: Les Retours de Plage bei Château La Négly, von 18 bis 22 Uhr mit Livemusik, den Weinen des Guts und Planches zum Teilen — quasi das La-Clape-Pendant zu den Jeudis de Béziers (reservieren!). Mehr zu den Weingütern dieser Ecke steht in unserem La-Clape-Artikel.

Austernplatte und gekühlter Weißwein von La Négly mit Blick auf den Port du Chichoulet
Joël et Valérie — Austern mit Hafenblick am Chichoulet.
Eine aus Treibholz gebaute Strandburg am Strand von Les Cabanes de Fleury
Cabanes de Fleury — Strandburg aus Treibholz.
Muscheln auf einem Treibholzstamm vor dem tiefblauen Meer bei Les Cabanes de Fleury
Das Wasser wirkt hier irgendwie blauer.
Der Garten der Table de Loréna zur blauen Stunde mit Palmen und Blick über die Ebene
La Table de Loréna — Abend zwischen den Weinbergen.
Der Garten von La Flammerie zur blauen Stunde: Lichterketten in den Bäumen, Sonnenschirme und die offene Küche
La Flammerie zur blauen Stunde — Lichterketten überm Kies.
Am Tisch von La Flammerie unter dem Pfefferbaum, mit der Karte auf einem Holzbrett
Karte studieren unterm Pfefferbaum.

Le Somail — der Bilderbuchhafen am Canal du Midi

Zwanzig Autominuten nördlich liegt Le Somail, ein winziger Kanalhafen aus dem 17. Jahrhundert, der aussieht, als hätte ihn jemand für Postkarten gebaut: Buckelbrücke, Kapelle, Platanen — und mittendrin zwei Kuriositäten. In der Antiquariats-Buchhandlung Le Trouve-Tout du Livre stapeln sich in einem alten Weinkeller Zehntausende Bücher vom 17. Jahrhundert bis heute, und am Kai liegt mit Le Tamata ein schwimmender Tante-Emma-Laden, der Brot, Wein und Eis direkt vom Boot verkauft.

Wer aufs Wasser will: Le Comptoir Nature vermietet direkt am Hafen führerscheinfreie Elektroboote (etwa April bis Anfang November) — und Richtung Westen wartet der längste schleusenfreie Abschnitt des Canal du Midi. Nur eines vorweg: Per Mietboot ab Narbonne kommt man nicht hierher, dazwischen liegen gut zehn Schleusen — die Bötchen in Narbonne sind für die Robine gedacht, die in Le Somail für den Canal du Midi.

Für alle, die weiter raus wollen

Côte Vermeille — gut eine Stunde südlich, und dann seid ihr fast in Spanien: Die Küstenstraße windet sich in Kurven über die Weinberge ins Meer, das Fahren dort macht richtig Spaß. Unser Ablauf: früh in Collioure ankommen (bilderbuchhübsch, im Sommer entsprechend voll), mittags einen Ort weiter ins El Taps nach Port-Vendres — brasilianisch angehauchte Küche, und dort gab es den bisher leckersten Lachsburger unseres Lebens 😅. Nachmittags dann an die Plage de Paulilles mit den Liegen vom Sole Mio, und zum Abschluss ins schön gelegene Weingut Les Clos de Paulilles — Restaurant, Bistro, guter Wein.

Der Hafen von Collioure mit bunten Katalanenbooten vor dem Château Royal
Collioure — früh ankommen, dann gehört der Hafen fast euch.
Die Buchten der Côte Vermeille mit Weinbergen, die bis ans Meer reichen
Côte Vermeille — Reben bis ans Meer, Kurven inklusive.
Die Terrasse von Les Clos de Paulilles mit Fass-Tischen vor dem blauen Tor
Les Clos de Paulilles — Abschluss im Weingut hinterm Strand …
Die Terrasse der Clos de Paulilles unter Pinien mit Blick auf die Bucht
… mit Fass-Tischen unter Pinien, direkt an der Bucht.

Montpellier — die dynamische Studentenstadt ist etwa eine Stunde entfernt: Place de la Comédie, Schlendern durch die kleinen Gassen der Écusson-Altstadt, und abends die Halles du Lez mit ihrem Rooftop-Betrieb. Wer mag, legt auf dem Weg einen Austern-Stopp am Étang de Thau ein.

Häufige Fragen

Nur Zeit für einen Ausflug — welchen nehmen?
Die kleine Corbières-Runde: vormittags durch die Weinberge zur Abbaye de Fontfroide, mittags dort in der Table de Fontfroide oder weiter nach Lagrasse an die Promenade — und auf dem Rückweg ein Abendessen in Bages. Weinland, Kloster, Bilderbuchdorf und Étang-Blick an einem Tag.
Was passt mit Kindern?
Die Réserve Africaine de Sigean — eine Safari im eigenen Auto, nur 20 Minuten entfernt. Danach Strand in Leucate oder Gruissan. Auch die Neun Schleusen von Fonseranes bei Béziers sind für Kinder erstaunlich spannend, wenn gerade ein Boot die Treppe hinauffährt.
An welchem Tag am besten nach Béziers?
Im Sommer: donnerstags. Dann verwandeln die Jeudis de Béziers die Allées Paul Riquet abends in ein Wein- und Genussfest mit Livemusik — und die Läden der Innenstadt haben bis in die Nacht geöffnet.

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