Corbières, Béziers, Küste & mehr
Ausflüge in die Umgebung
Das Schönste an Narbonne: In einer halben Stunde steht ihr in einer anderen Welt — zwischen Weinbergen, in einem mittelalterlichen Dorf oder mit den Füßen im Sand. Hier sind die Ausflüge, die wir selbst immer wieder fahren, jede Adresse mit Google-Maps-Link.

Die Corbières-Runde
Unser liebster Ganztagesausflug ist eine Schleife durchs Weinland südwestlich von Narbonne — bis Lagrasse, dem entferntesten Punkt, sind es nur etwa 45 Minuten. Die volle Runde steht hier; nehmt einfach so viele Stationen mit, wie ihr Lust habt. Wer statt Weinland lieber Mauern und Türme will, fährt in die andere Richtung: Carcassonne liegt 45 Minuten entfernt. Ein ★ markiert unsere Lieblingsstopps:
- Domaine d'Aussières — das Rothschild-Weingut direkt an der Strecke: exzellenter Ruf, sehr gute Weine, sehr vornehme Verkostung — uns persönlich fast zu fein, aber ihr fahrt ohnehin daran vorbei.
- Abbaye de Fontfroide ★ — die Zisterzienserabtei mit dem schönsten Klostergarten, den wir kennen. Fürs Mittagessen sitzt man in der Table de Fontfroide in der ehemaligen Schäferei richtig gut. Tickets und Zeiten: fontfroide.com.
- Château Ollieux Romanis — Verkostung mit Blick bis zu den Bergen der Corbières.
- Lagrasse ★ — eines der „schönsten Dörfer Frankreichs", und das völlig zu Recht: alte Brücke, Abtei, Gassen voller Ateliers — und Essen an der Promenade am Orbieu. Lohnt auch solo als halber Tag.
- Château Saint-Estève — unsere Liebesgeschichte: Die Cuvée Astréos haben wir in einer Tapas-Bar in Gruissan getrunken und fanden sie so gut, dass wir kurzerhand persönlich vorbeigefahren sind. Klein, einfach, herzlich — wir kamen mit einer Kiste wieder heraus.
- Château de Lastours — schön gelegen zwischen Garrigue-Hügeln, moderner Anbau, dazu ein Restaurant mit gutem Ruf.
- Terra Vinea — unterirdische Weinkeller in einer alten Gips-Mine. Ehrlich gesagt: Wir selbst waren noch nicht dort — aber wer Unterwelten mag, plant hier einen Stopp ein.
- Château Prat de Cest — zum Abschluss der Runde: Familienweingut seit 1804, direkt an der alten Via Domitia vor den Toren Narbonnes.
Und wer den Tag perfekt machen will, hängt noch Bages oder Peyriac-de-Mer an — siehe nächster Abschnitt.




Bages & Peyriac-de-Mer — gleich gegenüber
Bages seht ihr von Salty Dayz aus: Das Dorf klebt auf der anderen Seite des Étangs am Hügel — und umgekehrt schaut man von dort auf unser Ufer (das Haus selbst müsst ihr allerdings suchen 😉). Zum Abendessen lieben wir Les Jardins de Bages: Épicerie, Bar und Restaurant unter Lichterketten — und ein paarmal im Sommer wird der kleine Platz davor zur Konzertbühne, romantischer geht es kaum.
Peyriac-de-Mer nebenan ist ein Platanen-Dorf wie aus dem Bilderbuch, bekannt für den Holzsteg, der direkt durch die alten Salinen übers Wasser führt — die Runde ist ein schöner Spazierweg vor dem Abendessen.


Béziers
Eine gute halbe Stunde entfernt — und unser liebster Stadtausflug neben Narbonne selbst. Durch die kleinen Gassen der Altstadt schlendern, in den Lädchen stöbern, dann hinauf zur Kathedrale Saint-Nazaire mit ihrem Blick über den Orb. Sogar die Mall Polygone ist hier sehenswert: grün, halboffen, erstaunlich schön für ein Einkaufszentrum. Am Ortsrand steigen die Neun Schleusen von Fonseranes den Canal du Midi hinauf — UNESCO-Welterbe, das wir selbst noch vor uns haben.
Zum Essen hatten wir hier schon viele gute Abende: Pica Pica für Tapas, das Weinbistro Le Chameau Ivre, Le Patio mit seinem Innenhof, die Bistronomie La Table de Jean — und für den besonderen Anlass das Sternerestaurant Calice.



Leucate — Strand, Fisch & Bier
Eine halbe Stunde südlich liegt Leucate: Dorf mit bunten Fassaden, Strände, Austernbänke. Zum Essen mögen wir das Le 35 Bis mit seiner Terrasse unter Palmen und das Le Grand Cap oben an der Klippe. Und wer sich fragt, woher die hübschen Bierflaschen kommen, die euch in der ganzen Region begegnen: Die braut die Brasserie 5bis im Nachbarort La Palme — vorbeischauen lohnt sich, es gibt auch Tapas.
Auf dem Weg liegt die Réserve Africaine de Sigean — eine Safari im eigenen Auto, mit Nashörnern, Giraffen und Flamingokolonien. Wir selbst haben es tatsächlich noch nie hineingeschafft, aber gerade mit Kindern ist der Park ein Klassiker. Tickets gibt es nur online: reserveafricainesigean.fr.


Les Cabanes de Fleury — der wilde Norden
Auf der anderen Seite des La Clape, dort wo die Aude ins Meer mündet, liegt unser Ziel für wilde Strandtage: Les Cabanes de Fleury. Schon die Anfahrt macht Freude — die Straße führt am rauen Rand des La Clape entlang. Zum Mittagessen setzen wir uns an den kleinen Hafen Port du Chichoulet, am liebsten zu Joël et Valérie: fangfrischer Fisch direkt vom Boot, Hafen-Flair, kein Schnickschnack.
Der Strand an der Aude-Mündung ist wilder und leerer als in Gruissan, das Wasser wirkt hier irgendwie noch blauer — und je weiter ihr nach rechts lauft, desto ruhiger wird es (auch FKK ist dort üblich). In manchen Jahren sammelt sich viel Treibholz am Sand, aus dem sich Leute kleine Strandburgen bauen.
Für den Rückweg gibt es drei schöne Optionen: La Table de Loréna am Weingut La Tour la Pagèze, direkt an der Route des Cabanes — das Trüffelmenü dort war großartig, und unser spontaner Abend mit Livemusik mitten in den Weinbergen bleibt in Erinnerung. Die zweite verdanken wir unserem Pool-Techniker Pierro: La Flammerie, versteckt im Gewerbegebiet von Fleury — von außen unscheinbar, dahinter ein liebevoll geführtes Guinguette-Kleinod mit Kies unter den Füßen, Lichterketten im Baum und Strandgefühl weit weg vom Strand. Oder mittwochs das Sommer-Ritual: Les Retours de Plage bei Château La Négly, von 18 bis 22 Uhr mit Livemusik, den Weinen des Guts und Planches zum Teilen — quasi das La-Clape-Pendant zu den Jeudis de Béziers (reservieren!). Mehr zu den Weingütern dieser Ecke steht in unserem La-Clape-Artikel.






Le Somail — der Bilderbuchhafen am Canal du Midi
Zwanzig Autominuten nördlich liegt Le Somail, ein winziger Kanalhafen aus dem 17. Jahrhundert, der aussieht, als hätte ihn jemand für Postkarten gebaut: Buckelbrücke, Kapelle, Platanen — und mittendrin zwei Kuriositäten. In der Antiquariats-Buchhandlung Le Trouve-Tout du Livre stapeln sich in einem alten Weinkeller Zehntausende Bücher vom 17. Jahrhundert bis heute, und am Kai liegt mit Le Tamata ein schwimmender Tante-Emma-Laden, der Brot, Wein und Eis direkt vom Boot verkauft.
Wer aufs Wasser will: Le Comptoir Nature vermietet direkt am Hafen führerscheinfreie Elektroboote (etwa April bis Anfang November) — und Richtung Westen wartet der längste schleusenfreie Abschnitt des Canal du Midi. Nur eines vorweg: Per Mietboot ab Narbonne kommt man nicht hierher, dazwischen liegen gut zehn Schleusen — die Bötchen in Narbonne sind für die Robine gedacht, die in Le Somail für den Canal du Midi.
Für alle, die weiter raus wollen
Côte Vermeille — gut eine Stunde südlich, und dann seid ihr fast in Spanien: Die Küstenstraße windet sich in Kurven über die Weinberge ins Meer, das Fahren dort macht richtig Spaß. Unser Ablauf: früh in Collioure ankommen (bilderbuchhübsch, im Sommer entsprechend voll), mittags einen Ort weiter ins El Taps nach Port-Vendres — brasilianisch angehauchte Küche, und dort gab es den bisher leckersten Lachsburger unseres Lebens 😅. Nachmittags dann an die Plage de Paulilles mit den Liegen vom Sole Mio, und zum Abschluss ins schön gelegene Weingut Les Clos de Paulilles — Restaurant, Bistro, guter Wein.




Montpellier — die dynamische Studentenstadt ist etwa eine Stunde entfernt: Place de la Comédie, Schlendern durch die kleinen Gassen der Écusson-Altstadt, und abends die Halles du Lez mit ihrem Rooftop-Betrieb. Wer mag, legt auf dem Weg einen Austern-Stopp am Étang de Thau ein.
Häufige Fragen
- Nur Zeit für einen Ausflug — welchen nehmen?
- Die kleine Corbières-Runde: vormittags durch die Weinberge zur Abbaye de Fontfroide, mittags dort in der Table de Fontfroide oder weiter nach Lagrasse an die Promenade — und auf dem Rückweg ein Abendessen in Bages. Weinland, Kloster, Bilderbuchdorf und Étang-Blick an einem Tag.
- Was passt mit Kindern?
- Die Réserve Africaine de Sigean — eine Safari im eigenen Auto, nur 20 Minuten entfernt. Danach Strand in Leucate oder Gruissan. Auch die Neun Schleusen von Fonseranes bei Béziers sind für Kinder erstaunlich spannend, wenn gerade ein Boot die Treppe hinauffährt.
- An welchem Tag am besten nach Béziers?
- Im Sommer: donnerstags. Dann verwandeln die Jeudis de Béziers die Allées Paul Riquet abends in ein Wein- und Genussfest mit Livemusik — und die Läden der Innenstadt haben bis in die Nacht geöffnet.
