Durch die Weinfelder ins Mittelalter
Carcassonne
Eine Dreiviertelstunde Fahrt durch die Weinfelder — und ihr steht vor der größten erhaltenen Festungsstadt Europas. Die Cité von Carcassonne mit ihren Doppelmauern und über 50 Türmen ist UNESCO-Welterbe, Filmkulisse und Kindheitstraum in einem. Für uns das lohnendste Tagesausflugsziel der ganzen Region.

2.500 Jahre Geschichte hinter Doppelmauern
Schon im 1. Jahrhundert vor Christus siedelten die Römer auf dem Hügel über der Aude, im 3. Jahrhundert zogen sie den ersten Mauerring; im 13. Jahrhundert wuchs daraus die gewaltige Festungsstadt mit zwei Mauerringen und rund drei Kilometern Wehrgängen. Dass sie heute so märchenhaft dasteht, verdankt sie dem Architekten Viollet-le-Duc, der sie im 19. Jahrhundert vor dem Abriss rettete und restaurierte — seit 1997 ist die Cité UNESCO-Welterbe. Unten in der Stadt fließt am Bahnhof übrigens der Canal du Midi vorbei — Carcassonne ist gleich doppeltes Welterbe. Die „neue" Altstadt (Bastide Saint-Louis) kann man mitnehmen, muss man aber ehrlicherweise nicht: Die Magie liegt oben in der Cité.
So erlebt ihr die Cité am besten
- Timing ist alles: Kommt früh oder bleibt bis in den Abend — mittags schieben sich die Tagesbusse durch die Gassen, morgens und abends gehört die Cité fast euch.
- Kostenlos: Das Schlendern durch die Festungsstadt und die Basilika Saint-Nazaire mit ihren berühmten Glasfenstern. Eintritt zahlt ihr nur für das Château Comtal samt Rundgang über die Wehrmauern — von dort ist der Blick über die Doppelmauern am schönsten (Tickets: remparts-carcassonne.fr).
- Der beste Foto-Spot: Unten an der Pont Vieux über die Aude — von der alten Brücke habt ihr das klassische Postkartenpanorama der ganzen Cité.
- Einmal im Jahr brennt die Burg: Am 14. Juli, dem Nationalfeiertag, lässt das legendäre Feuerwerk „L'Embrasement" die Cité scheinbar in Flammen aufgehen.


Pause mit Cassoulet
Carcassonne ist die Hauptstadt des Cassoulet — des deftigen Eintopfs aus weißen Bohnen, Wurst und Ente. Auf den Terrassen in der Cité bekommt ihr ihn fast überall — unsere Tipps: Au Petit Puits oder Chez Christine. Die Menü-Auswahl nehmen wir traditionell sehr ernst. Danach hilft nur noch ein Spaziergang über die Wehrgänge.

Ein Schloss nebenan: Pennautier
Nur wenige Minuten nördlich der Cité liegt das Château de Pennautier, das man nicht ohne Grund „Versailles des Languedoc“ nennt: Seine symmetrischen Gärten hat André Le Nôtre entworfen — derselbe, der Versailles anlegte. Das barocke Schloss der Winzerfamilie Lorgeril lässt sich besichtigen, im weitläufigen Park kommt man wunderbar zur Ruhe. Ein stiller Kontrast zum Trubel der Festungsstadt — und natürlich wird auch verkostet.
Auf dem Rückweg: Lagrasse
Wer den Tag verlängern mag, fährt über die Corbières zurück und legt einen Stopp in Lagrasse ein — eines der offiziell schönsten Dörfer Frankreichs, mit Abtei, mittelalterlicher Brücke und Gassen wie aus dem Bilderbuch. Mehr dazu in unserem Ausflugs-Artikel.
Häufige Fragen
- Wie weit ist Carcassonne von Narbonne entfernt?
- Rund 60 Kilometer — über die A61 seid ihr von Salty Dayz aus in etwa 45 Minuten da. Ein halber Tag reicht gut; mit Lagrasse auf dem Rückweg wird ein ganzer daraus.
- Kostet die Cité von Carcassonne Eintritt?
- Nein — durch die Gassen der Festungsstadt schlendert ihr kostenlos, ebenso in die Basilika Saint-Nazaire. Eintritt zahlt ihr nur für das Château Comtal mit dem Rundgang über die Wehrmauern.
- Wann ist die beste Besuchszeit?
- Früh morgens oder ab dem späten Nachmittag, wenn die Tagesbusse weg sind — dann gehören die Gassen fast euch. Legendär ist der 14. Juli: Beim Nationalfeiertag steht die Cité beim Feuerwerk scheinbar in Flammen.
- Lohnt sich Carcassonne mit Kindern?
- Unbedingt — eine echte Ritterburg mit Türmen, Zinnen und Zugbrücke ist für Kinder ein Abenteuerspielplatz. Die Wehrgänge des Château Comtal sind der Höhepunkt.
