Unsere Stadt am Kanal

Narbonne

Narbonne ist unsere Stadt — gut 15 Minuten von Salty Dayz, und ihr steht mitten in einer der ältesten Römerstädte Frankreichs. Ein Kanal zieht sich mitten hindurch, über der Altstadt thront ein nie vollendeter Gotik-Riese, und dazwischen liegt eine der schönsten Markthallen des Landes. Ohne Touristengedränge, dafür mit dem entspannten Rhythmus des Südens.

Der Canal de la Robine in Narbonne mit blühender Fußgängerbrücke und der Kathedrale Saint-Just im Hintergrund

Die Kathedrale, die nie fertig wurde

Das Wahrzeichen Narbonnes ist ein grandioser Torso: Die Kathedrale Saint-Just-et-Saint-Pasteur wurde ab 1272 gebaut — und blieb Stückwerk. Fertig wurde nur der Chor, doch der hat es in sich: Mit rund 41 Metern Höhe ist er einer der höchsten gotischen Chöre Frankreichs — nur eine Handvoll Kathedralen ragt höher. Das Kirchenschiff hätte die alte Stadtmauer durchbrechen müssen, dazu kamen Pest und Geldnot — also blieb es beim Torso. Gerade das macht den Besuch so eindrücklich: Man steht in einem Raum, der eigentlich nur die halbe Kirche ist, und legt trotzdem den Kopf in den Nacken. Der Eintritt ist frei.

Der hohe gotische Chor im Inneren der Kathedrale Saint-Just in Narbonne mit Rippengewölbe und BleiglasfensternDie Kathedrale Saint-Just von außen: der Turm und die abrupt endende, nie vollendete Rückseite, vom Kreuzgang aus gesehen
Innen der 41 Meter hohe Chor, außen die abrupt endende Rückseite — die nie vollendete Kathedrale Saint-Just.

Erzbischofspalast & Place de l’Hôtel de Ville

Gleich neben der Kathedrale liegt das Herz der Altstadt: der Palais des Archevêques, der Erzbischofspalast. Über Jahrhunderte residierten hier die mächtigen Erzbischöfe von Narbonne; heute stecken darin das Rathaus und mehrere Museen. Wer mag, steigt auf den Donjon Gilles Aycelin — von der Turmspitze habt ihr die Altstadt, die Kathedrale und bei klarer Sicht die Pyrenäen vor euch. Auf dem Platz davor sitzt man abends bei einem Glas Wein, während über den Zinnen die Schwalben kreisen.

Der Erzbischofspalast an der Place de l’Hôtel de Ville in Narbonne, mit der okzitanischen Flagge

Ein Wort zu Okzitanien

Fällt euch die rot-goldene Flagge mit dem Kreuz am Rathaus auf? Das ist die Croix occitane, das Wahrzeichen des ganzen Südens. Narbonne liegt in der Region Okzitanien — ein Name, der an eine eigene Sprache erinnert: das Okzitanische (langue d’oc), das hier über Jahrhunderte gesprochen wurde und dem die Region ihren Namen verdankt. Ihr hört es kaum noch im Alltag, aber ihr seht es überall — auf zweisprachigen Ortsschildern, in Straßennamen, in der stolzen Küche und im „Adiu“, mit dem euch mancher hier begrüßt. Es ist der kulturelle Unterton, der den Süden Frankreichs vom Norden unterscheidet.

Rom liegt unter euren Füßen

Narbonne — römisch Narbo Martius — war 118 v. Chr. die erste römische Kolonie in Gallien und wurde bald Hauptstadt einer ganzen Provinz, die sogar ihren Namen trug: Gallia Narbonensis. Von dieser Größe zeugt bis heute die Via Domitia, die älteste Römerstraße Galliens, die Italien mit Spanien verband: Ein Stück des originalen Pflasters liegt mitten auf der Place de l’Hôtel de Ville frei, direkt vor dem Rathaus — 2.000 Jahre Geschichte, eingelassen mitten in den Alltag der Stadt. Wer tiefer eintauchen will, besucht das Horreum, ein unterirdisches römisches Lagergewölbe, oder das moderne Museum Narbo Via am Stadtrand, das die römische Vergangenheit eindrucksvoll lebendig macht.

Freigelegtes Pflaster der römischen Via Domitia auf der Place de l’Hôtel de Ville in NarbonneDer Eingang des modernen Museums Narbo Via am Rand von Narbonne
Zweitausend Jahre auf einen Blick: links das originale Pflaster der Via Domitia, rechts das moderne Museum Narbo Via.

Am Canal de la Robine

Was Narbonne so besonders macht, ist das Wasser mitten in der Stadt: Der Canal de la Robine — als Teil des Canal-du-Midi-Netzes seit 1996 UNESCO-Welterbe — fließt schnurgerade durchs Zentrum, gesäumt von Platanen und blühenden Uferbeeten. Dass die Stadt überhaupt am Wasser liegt, hat Geschichte: Der Kanal folgt dem alten Lauf der Aude, über den schon die Römer ihren Hafen betrieben. Narbo Martius war der große Handelshafen Galliens — der antike Geograf Strabo nannte die Stadt schlicht „das Emporion ganz Galliens“. Über den Kanal spannt sich heute der Pont des Marchands, eine der letzten bewohnten Brücken Frankreichs: bebaut mit Häusern und Läden, sodass man sie überquert, ohne das Wasser darunter zu ahnen. Am schönsten ist die Promenade am frühen Abend, wenn die Fassaden golden werden und die Tretboote über den Kanal gleiten.

Praktisch fürs Ankommen: Direkt am Wasser, am Quai Victor Hugo, gibt es entlang des Kanals viele Stellplätze — etliche davon kostenfrei. Wer lieber überdacht parkt, nimmt das Parking Indigo Narbonne Halles gleich nebenan: aus der Tiefgarage seid ihr in zwei Minuten an der Markthalle und mitten in der Altstadt.

Tretboot auf dem Canal de la Robine, im Hintergrund die Markthalle Les HallesNarbonne in der blauen Stunde: die beleuchtete Kathedrale über dem Kanal

Les Halles: die schönste Pause

Direkt am Kanal steht unsere liebste Adresse der Stadt: Les Halles, die überdachte Markthalle von 1901. Hinter der gusseisernen Belle-Époque-Fassade reihen sich Fisch, Käse, Austern und die berühmten Comptoirs, an denen ihr euch mittags einfach an die Theke setzt. Mehr dazu — und unsere Lieblingsstände — in unserem eigenen Artikel: Les Halles de Narbonne.

Die Halle selbst hat täglich von 7 bis 14 Uhr geöffnet. Der große Markt draußen ist dagegen donnerstags und sonntags — dann ziehen sich die Stände vom Cours Mirabeau über die Barques bis zum Kanal. Alle Markttage der Stadt, auch die kleineren unter der Woche und den Markt in Narbonne-Plage, haben wir hier zusammengestellt.

Und zum Essen am Abend?

Narbonne hat eine erstaunlich lebendige Restaurantszene. Wir mögen die entspannte Brasserie Co mitten im Zentrum, das Chez Marius für ehrliche Südküche — und wer mal etwas anderes will, findet im Innenhof des Hôtel Mosaïque sogar richtig gute argentinische Küche. Und für einen besonderen Abend führt in Narbonne kaum ein Weg an der Maison Saint-Crescent vorbei — La Table Lionel Giraud, zwei Michelin-Sterne in einem alten Oratorium, mit der lockeren Cave à Manger im selben Haus. Unsere ganze Liste mit Lieblingslokalen — vom Strandclub bis zum Sternerestaurant — findet ihr in unserem Restaurant-Guide.

Das helle Interieur der Brasserie Co in Narbonne mit grünen Fliesen und Rattanstühlen
Brasserie Co — unser entspannter Stammplatz im Zentrum.

Häufige Fragen

Wie weit ist Narbonne von Salty Dayz entfernt?
Narbonne ist unsere Stadt — von Salty Dayz seid ihr in gut 15 Minuten mitten im Zentrum. Damit ist der Bummel durch die Altstadt, über die Markthalle oder am Kanal jederzeit auch für einen halben Nachmittag drin.
Was muss man in Narbonne gesehen haben?
Die Kathedrale Saint-Just mit ihrem nie vollendeten Gotik-Chor, den Erzbischofspalast an der Place de l’Hôtel de Ville, die freigelegte Römerstraße Via Domitia davor, die Belle-Époque-Markthalle Les Halles und einen Spaziergang am Canal de la Robine mit dem bewohnten Pont des Marchands.
Ist Narbonne einen ganzen Tag wert?
Die Altstadt seht ihr entspannt an einem Vormittag. Wer Les Halles zum Mittagessen, das Narbo-Via-Museum und ein Café am Kanal dazunimmt, füllt aber gut einen ganzen Tag — und Narbonne ist zum Glück nah genug, um einfach wiederzukommen.
Wo parkt man in Narbonne am besten?
Am entspanntesten am Quai Victor Hugo: Dort reihen sich am Kanal entlang viele Stellplätze, etliche davon kostenfrei. Wer lieber überdacht und ganz zentral parkt, fährt ins Parking Indigo Narbonne Halles — die Tiefgarage liegt direkt am Kanal neben der Markthalle, von dort seid ihr in zwei Minuten mitten in der autofreien Altstadt.

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